Vohwinkeler Zeittafel

1182 Schöller wird als "schonlare" erstmals erwähnt.

vor 1220 In der sog. kleinen Vogteirolle des Grafen Friedrich von Isenberg-Altena werden die Flurnamen "Sunneburne" und "Buntenbeke" erwähnt.

Verkaufsurkunde des Gutes Vowynkele vom 18.02.1356 (mit freundlicher Genehmigung des Stadtarchivs Wuppertal)
Verkaufsurkunde des Gutes Vowynkele vom 18.02.1356 (mit freundlicher Genehmigung des Stadtarchivs Wuppertal)
18.02.1356 Erste urkundliche Erwähnung des Gehöfts Vowynkele, Ritter Heinrich von Schönrode und seine Frau Lysa verkaufen das Gehöft an das geistliche Stift zu Gräfrath. Die Urkunde wurde zeitweise im Staatsarchiv aufbewahrt und befindet sich heute als älteste Urkunde der Stadt Wuppertal im Stadtarchiv. Die Urkunde wurde als "Vowinckel. N1" beschriftet.

24.02.1488 Peter in dem Broich (Bruch) und seine Frau Cäcilie verkaufen das „Pescher Kämpchen“ an das Jungfernkloster zu Gräfrath. Die Urkunde wird im Stadtarchiv Wuppertal aufbewahrt und wurde als „Vowinckel. N2“ beschriftet.

1526/1527 Rutger von Schöller kauft den Hof "Zur Linden".

1545 "Rebellion der Krutscheidter Bauern". Der Herzog von Berg erhebt Anspruch auf die Honschaft "Krutscheidt". Die Bauern der Honschaft fühlen sich aber dem Erzstift Köln zugehörig und entrichten dorthin auch ihre Abgaben. Im Verlauf der Auseinandersetzung werden die vier Rädelsführer, Caspar Simons(haus), Kontze zur Linden, Clemens zu Wibbeltrath und Johann Boltze festgenommen und in Solingen inhaftiert. Die übrigen Bauern fliehen und wenden sich nach Köln. Frauen und Kinder der Bauern werden vertrieben und flüchten nach Zons. Offenbar gelang es dem Erzbischof, die Heimkehr der Vertriebenen gegen Geldbußen zu erreichen.

um 1815 Die sogenannte Essen-Solinger Provinzialstraße, die über Dornap und Vohwinkel führt, wird angelegt. Es heißt, diese Straße sei ein Werk Napoleons. Es entstehen neue Wirtschaften infolge dieses Straßenbaues.

24.04.1816 Kreiseinteilung. Zum Kreis Mettmann wird Sonnborn mit 6000 Einwohnern, zu denen auch Vohwinkel gehört, hinzugenommen.

1817 Die Gemeinde Sonnborn und damit auch Vohwinkel wird der Bürgermeisterei Haan zugeteilt.

20.09.1831 Die von Friedrich Harkort projektierte "Prinz-Wilhelm-Eisenbahn" (Essen-Kupferdreh - Langenberg) wird als Pfedebahn von Prinz Wilhelm von Preußen eröffnet. Die "Prinz-Wilhelm-Eisenbahn" gilt als erste deutsche Eisenbahn mit eisernen Schienen.

1. Vohwinkeler Bahnhof (linkes Gebäude)
1. Vohwinkeler Bahnhof (linkes Gebäude)
20.12.1838 Eröffnung der Eisenbahnstrecke Düsseldorf-Erkrath, die Bauarbeiten wurden erst am 9.4.1838 begonnen. Dieser Streckenabschnitt gilt als erste dampfbetriebene Eisenbahn Westdeutschlands.

21.05.1841 Eröffnung der Eisenbahnstrecke Erkrath-Vohwinkel. Auf der Steilstrecke zwischen Erkrath und Hochdahl (10.4.1841 fertiggestellt) werden die Züge per Seil durch eine feststehende Dampfmaschine gezogen. Im September 1841 wird die Dampfmaschine schon wieder stillgelegt. Seit dem werden bergwärts fahrende Züge per Seil über eine Umlenkrolle durch talwärts fahrende Züge gezogen. Dieses Verfahren wurde bis 1927 angewandt. Bis zur Elektrifizierung der Strecke im Jahre 1964 wurden im Bahnbetriebswerk Vohwinkel stationierte Schiebeloks eingesetzt.

03.09.1841 Eröffnung der Eisenbahnstrecke Vohwinkel-Elberfeld (bis Steinbeck), zunächst für den Personenverkehr und einige Monate später auch für den Güterverkehr. Am selben Tag wird die erste Sonnborner Brücke eingeweiht. Sie war ein beliebtes Ausflugsziel.

1847 Das erste Bahnhofsgebäude für Vohwinkel wird im Bereich des heutigen Lienhardplatzes erbaut.

alter (2.) Vohwinkeler Bahnhof
alter (2.) Vohwinkeler Bahnhof
01.12.1847 Die Prinz-Wilhelm-Bahn wird normalspurig ausgebaut und von Steele-Neviges bis nach Vohwinkel mit der Bezeichnung Steele-Vohwinkler Eisenbahn in Betrieb genommen.

01.09.1867 Sonnborn mit Vohwinkel wird von Haan abgetrennt und zur selbständigen Bürgermeisterei erhoben.

1868 Die Eisenbahnstrecke Vohwinkel-Köln wird in Betrieb genommen.

1873 Einweihung des "alten", zweiten Bahnhofs (heute Siedlung Stationsgarten) mit Postgebäude (später Gardinen Huser). Dieser im klassizistischen Stil erbaute Bahnhof war bis 1906 in Betrieb.

1877 Vohwinkel wird die Kreisstadt im Kreise Mettmann.

Vohwinkeler Rathaus
Vohwinkeler Rathaus
1879 Eröffnung der "Rheinischen Strecke" Düsseldorf - Mettmann - Vohwinkel - Varresbeck - Wichlinghausen - Schwelm.

15.11.1887 Eröffnung der Eisenbahnstrecke Vohwinkel-Gräfrath-Wald (Korkenzieher-Bahn), die Bahn wird 1890 bis Solingen Hbf geführt.

01.07.1888 Vohwinkel wird selbständige Landbürgermeisterei innerhalb des Kreises Mettmann. Der westliche Teil Sonnborns wird Vohwinkel zugeteilt, der östliche Teil wird in den Stadtbezirk Elberfeld eingemeindet.

1897-1898 Bau des Rathauses in der Rubensstraße.

10.07.1899 Inbetriebnahme der Elektrischen Straßenbahn Vohwinkel-Haan-Hilden.

19.12.1899 Inbetriebnahme der Elektrischen Straßenbahn Vohwinkel-Gräfrath-Solingen.

Am Kaiserplatz um 1900
Am Kaiserplatz um 1900
24.05.1901 Inbetriebnahme der Schwebebahnstrecke Zoologischer Garten bis Vohwinkel.

1901 Vohwinkel zählt 10 Gastwirtschaften mit Übernachtung, 22 Schankwirtschaften, 4 Kaffeewirtschaften.

11.11.1907 Der Vohwinkeler Verschiebebahnhof wird in Betrieb gesetzt.

02.12.1908 Einweihung des "neuen" Vohwinkeler Bahnhofs.

1909 Das Postgebäude am Bahnhof wird bezogen.

1909 Elektrische Straßenbahn Vohwinkel-Dornap-Mettmann und Wülfrath.

1919 Vohwinkel zählt 16040 Einwohner.

1921 Vohwinkel wird mit der Verleihung der Städteordnung eigenständige Stadt.

22.09.1923 Schweres Straßenbahnunglück in Vohwinkel, ein Straßenbahnwagen der Rheinischen Bahngesellschaft entgleist, kippt um und rammt den Schwebebahnpfeiler Nr. 5. Ein Fahrgast gerät unter den umgekippten Wagen und kommt ums Leben.

Das Vohwinkeler Wappen, Zeichnung Artur Grube
Das Vohwinkeler Wappen, Zeichnung Artur Grube
1925 Vohwinkel zählt 5 Gastwirtschaften mit Hotels, 26 Schankwirtschaften, 7 Kaffees und Konditoreien, zudem 80 Vereine und 6 Kirchen bzw. kirchliche Gemeinschaften.

16.12.1926 Das Preußische Staatsministerium erteilt der Stadt Vohwinkel die Genehmigung zur Führung des Stadtwappens: "unter silbernem Schildhaupte, worin ein roter Fuchs erscheint, in grün ein silberner Sparren"

12.03.1929 Vereinigungsvertrag zwischen Elberfeld, vertreten durch den Oberbürgermeister Dr. Kirschbaum und Vohwinkel, vertreten durch den Bürgermeister Dr. Landwehr. Einziger Paragraph: "Elberfeld und Vohwinkel wünschen zum möglichst frühen Zeitpunkt ihre Vereinigung zu einer einzigen Stadt unter den Bedingungen des beigefügten Gesetz-Entwurfs und seiner Anlagen."

Die Waldkampfbahn
Die Waldkampfbahn
23.06.1929 Einweihung der neuen Waldkampfbahn im Osterholz.

01.08.1929 Gründung der neuen Wupperstadt "Barmen-Elberfeld", die später den Namen Wuppertal erhält. Die Stadtgemeinde Vohwinkel trägt mit 17.518 Einwohnern und 1.144 ha Fläche zur Großstadt mit insgesamt 414.951 Einwohnern und 14.889 ha Fläche bei.

06.07.1936 Der Westring wird als Umfahrung Vohwinkels fertiggestellt.

09.08.1942 Straßenbahnunglück in Vohwinkel. Gegen 15.30 Uhr ist die Linie 3 von Solingen kommend am Kaiserplatz entgleist. Bei dem Unglück wurde die Litfaßsäule (Persil-Uhr) auf dem Kaiserplatz umgerissen.

31.12.1944 1. Bombenangriff auf Vohwinkel. Zwischen 14.00 und 15.00 Uhr starten 155 Lancaster-Bomber zum Angriff auf Vohwinkel. Ziel sind die Bahnanlagen. Bedingt durch eine dichte Wolkendecke mussten die Bomber aus einer größeren Höhe ihre 1500 Sprengbomben abwerfen. 250 Bomben erreichten ihr Ziel, davon 40 den Verschiebebahnhof. Es wurden ferner 7 Häuser zerstört, 26 Häuser schwer beschädigt. Es gab 4 Tote.

09.08.1942: Straßenbahnunglück am Kaiserplatz, das Ende der Persil-Uhr
09.08.1942: Straßenbahnunglück am Kaiserplatz, das Ende der "Persil-Uhr"
01.01.1945 2. Bombenangriff auf Vohwinkel. Bedingt durch den Misserfolg am Vortag starten am frühen Abend 141 Lancaster-Bomber einen weiteren Angriff. Sie kamen bei guter Sicht aus SW-Richtung. Dieses mal trafen 1010 Sprengbomben und eine Brandbombe. Befund:106 zerstörte Häuser, 192 Tote, darunter 30 Flamen in einem Reichsbahnlager, große Schäden an den Gleisanlagen, 200 Güterwagen zerstört, 100 Güterwagen beschädigt, 70 Personenwagen beschädigt. Der Verschiebebahnhof wird gezielt angegriffen, ein Großteil der Gleisanlagen, einige Stellwerke und Brücken werden zerstört, auch der Schwebebahnhof und die Werkstatt sowie die Schwebebahnstrecke werden schwer getroffen.

16.04.1945 Amerikanische Truppen nehmen Wuppertal kampflos ein.

13.09.1950 Volkszählung: Wuppertal hat 363.224 Einwohner, davon 25.148 Vohwinkeler.

21.10.1958 Konstituierende Sitzung der Arbeitsgemeinschaft Vohwinkeler Vereine (AGVV) im Stadtsaal.

04.10.1965 Der "tausendjährige Friedhof" wird bei Bauarbeiten an der Nathrather Straße entdeckt. Es wird vermutet, dass es sich um ein Fränkisches Gräberfeld handelt.

06.1968 Beginn der Bauarbeiten für das Sonnborner Kreuz

1970 Gründung der Aktion V

1. Vohwinkeler Flohmarkt 1971 in der Lienhardstraße
1. Vohwinkeler Flohmarkt 1971 in der Lienhardstraße
1971 1. Vohwinkeler Flohmarkt in der Lienhardstraße mit 30.000 Besuchern.

30.09.1972 Das Stadtbad in Vohwinkel wird eröffnet.

1973 Abriss des alten Vohwinkeler Bahnhofs am Stationsgarten.

16.05.1974 Nach umfangreichen Bauarbeiten wird das Sonnborner Kreuz, damals größtes in Europa, für den Verkehr freigegeben. Es verbindet die B326 (heute A 46) mit der B224 Richtung Essen und der L 74 Richtung Solingen. Die Baukosten betrugen damals 150 Millionen Mark.

01.01.1975 Durch kommunale Neugliederung werden Dönberg und Obensiebeneick (von Neviges), Dornap (von Wülfrath) und die Gemeinde Schöller nach Wuppertal eingemeindet.

1979 Stilllegung des Verschiebebahnhofs in Vohwinkel, die Gleise werden zum Abstellen leerer Wagen genutzt.

Vohwinkeler Flohmarkt
Vohwinkeler Flohmarkt
1980 10. Vohwinkeler Flohmarkt mit 300.000 Besuchern, Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde als "weltgrößter Eintages-Flohmarkt".

29.05.1988 Die S-Bahnlinie S 8 Mönchengladbach - Düsseldorf - Wuppertal - Hagen wird eröffnet.

1989 Vohwinkel zählt 33179 Einwohner (einschl. Schöller).

1992 Der Lienhardplatz wird von 1992-1993 neu gestaltet.

2002-2003 Bauarbeiten zum Schwebebahnumbau auf der Landstrecke in Vohwinkel.

14.12.2003 Die S-Bahnlinie S 9, Haltern am See - Bottrop - Essen - Velbert-Langenberg - Wuppertal wird eröffnet.

18.02.2006 650 Jahre Vohwinkel.

Die letzte Schwebebahn vor dem Umbau
Die letzte Schwebebahn vor dem Umbau. Vergrößern
21.06.2007 Um 22.52 Uhr verlässt die letzte Schwebebahn mit Fahrgästen die Endhaltestelle Vohwinkel. Am nächsten Tag wird mit dem Abriss der alten Haltestelle begonnen.
ARBEITSGEMEINSCHAFT VOHWINKELER VEREINE e.V.