Die übrigen kirchlichen Gemeinden und Gemeinschaften.

Die freie evangelische Gemeinde zu Vohwinkel führt die Anfänge ihres geistlichen Lebens hier im Ort zurück auf Einwirkungen von Leuten aus Kirchen an der Sieg, die wohl in den ersten dreißiger Jahren des vorigen Jahrhunderts nach Errichtung der Hammersteiner Fabrik und infolge des Anlegens von Erzgruben um der Beschäftigung willen herübergewandert waren.

Auch Einflüsse der Albrechtbrüder aus Mülheim a. d. Ruhr in den 70 er Jahren brachten die Gemeinde voran. Durch Hausversammlungen, durch Sonntagsschule, durch den Sängerbund und die Jünglings- und Jungfrauenvereine, auch durch die Aufnahme der Versammlungen für Freunde des prophetischen Wortes wuchs die Bewegung innerlich und äußerlich. Am 10. September 1892 konnte das Haus an der Grabenstraße bezogen werden. Die ersten Führer der Gemeinde waren Phil. Brück, Pet. Steinküller, Peter Tesch, Wilh. Knebel, O. Heyenbruch. Dieser Vorstand wurde 1898 durch 2 ,,Aelteste“ ersetzt, deren Zahl 1911 auf 4 erhöht ist. Die Zahl der Mitglieder stieg auf 315 im Jahre 1918. Dem Vaterland opferten von 37 einberufenen Gemeindegliedern 5 ihr Leben. Seit 1912 besteht eine Bibelschule, um deretwillen das Haus an der Grabenstr. 1929 erweitert werden mußte.

Die neue Apostolische Gemeinde wurde als eine Filiale der Zentrale Bielefeld hierorts im Jahre 1907 gegründet Ihr Leiter ist seit damals der hiesige Schuhmachermeister Haumann. Sie erfuhr eine dreimalige Trennung, denn Haan, Mettmann, Sonnborn wurden abgezweigt. Den Versammlungsraum Kaiserstraße 73 a nennt sie ihr Eigentum.

Die Christliche Versammlung besteht hier seit etwa 50 Jahren und umfaßt Christen ohne besonderes Bekenntnis. Sie war zuerst in Privathäusern zusammengekommen, besitzt aber seit ca. 1911 ein eignes Versammlungslokal in der Roonstraße 16a. Neben der Erbauung treibt sie gegenseitige Unterstützung in Notfällen, hat auch eine Sterbekasse. Einen besonderen Vorstand gibt es nicht, alle sind gleichberechtigt. Während der Franzosenzeit 1923/24 war ihr Vereinslokal beschlagnahmt und besetzt, 10 Monate lang; die Stadtverwaltung aber hatte Aushilfe geschaffen.

Die Gemeinschaft der Siebenten-Tags-Adventisten. (Verbandssitz Berlin-Wilmersdorf, Coblenzerstr. 3.) Die Adventgemeinde ist in Vohwinkel im Jahre 1875 organisiert worden. Etliche Jahre vorher versammelten sich Gleichgesinnte im kleinen Kreis im Kipdorf zu Elberfeld. Die junge Gemeinde bestand allerdings aus weit verstreuten Gläubigen, so daß in den ersten Jahren die Versammlungen abwechselnd in Vohwinkel und Mönchengladbach gehalten wurden. In den 80 er Jahren fanden regelmäßige Versammlungen in Siegersbusch auf der Tesche statt. In den 90 er Jahren wurden diese Versammlungen in das Haus des Webers Karl Müller auf dem Rottscheidt verlegt. Die weit entfernt wohnenden Adventisten waren inzwischen in eigenen Gemeinden organisiert, aber die Gemeinde Vohwinkel bestand doch immer noch aus den Vohwinkeler und Solinger Gliedern. Zweimal wurde das Küller'sche Versammlungshaus vergrößert, und im Jahre 1903 wurde die Kapelle gebaut, die jetzt noch benutzt wird. Durch Wachstum des Solinger Teiles der Gemeinde kam es dort zu einer eigenen Gemeindegründung, so daß heute eigentlich nur die Vohwinkeler Glieder zu der Vohwinkeler Gemeinde gehören.

Da die alten Mitglieder inzwischen gestorben sind und die neu hinzugekommenen wegen Erwerbsfragen vielfach von Vohwinkel fortziehen mußten, so ist die Gemeinde heute ziemlich zusammengeschrumpft. Bis zum Anfang des Krieges war Vohwinkel mit seiner Kapelle der Versammlungsmittelpunkt für die Adventgemeinde vom Wuppertal und dem Bergischen Lande. Nach dem Kriege verschob sich dieser Mittelpunkt in die schnell wachsenden Großstädte und zu dem Missionsseminar Neandertal, das im Jahre 1921 erworben und eröffnet wurde.

Die jüdische Gemeinde in Vohwinkel zählte am 24. November 1927 7 Familien mit 18 Personen. Sie ist wie die übrigen jüdischen Gemeinden des Kreises Mettmann angeschlossen an die Synagogengemeinde in Elberfeld.



ARBEITSGEMEINSCHAFT VOHWINKELER VEREINE e.V.